Sonntag, 15. Juni 2014

Game of Thrones - Staffel 1 / Die Serie

Die Serie 

Die Serie basiert auf den Romanen von George R.R. Martin "Das Lied von Eis und Feuer", im deutschen Band 1 (Die Herren von Winterfell) und Band 2 (Das Erbe von Winterfell), im englischen Band 1 "A Game of Thrones". 


Die Serie spielt, wie im Buch, in einer fiktiven Welt mit den Kontinenten Essos und Westeros. Sie ähnelt dem Mittelalter. In der ersten Staffel spielen vor allem die Adelshäuser Baratheon, Lennister und Stark eine Kernrolle. Auf dem eisernen Thron sitzt Robert Baratheon, von einigen (vorallem auf dem Kontinent Essos) auch Usurpator genannt, da er aus Sicht einiger nicht rechtmäßig auf dem Thron sitzt. Die "rechtmäßigen" Thronerben die Targaryen's befinden sich auf dem Kontinent Essos. Der älteste Überlebende dieses Adelshauses ist Viserys. Er verheiratet seine Schwester Daenerys mit einem Reiterlord um eine Armee zu gewinnen und auf den eisernen Thron in Westeros zurückzukehren. Aber auch auf Westeros gibt es Adelshäuser, die sehr ehrgeizig sind, dazu gehören z.B. die Lennisters. 

Die Serie hält sich sehr eng an die Bücher, deswegen hier meine Rezensionen, zu Band 1 und Band 2, mit einem Überblick über die Handlung. 





Meine Meinung


Diese Staffel hält sich noch eng an die Buchvorlage. Verändert wurde das Alter der Personen, sie sind in den Romanen einiges jünger als in der Serie, bspw. ist Daenerys im Buch bei ihrer Hochzeit mit Khal Drogo 13 Jahre, in der Serie ein paar Jahre älter, um die 18 Jahre. Emilia Clark, die Schauspielerin, die Daenerys spielt müsste im wahren Leben um die 27 Jahre alt sein. Ich begrüße diese Veränderung, ich denke die Charaktere sind in den Büchern zu jung. Rob Stark führt bspw. im Buch eine Armee, im Alter von 15 Jahren. Das ist eindeutig zu jung, selbst für's Mittelalter, aber in einem Fantasy Roman ist natürlich alles möglich. 

Auch sind einige Szenen eingefügt, die im Buch nicht vorkommen, aber zum Charakter der Personen passen und sich in die Geschichte harmonisch einfügen, deswegen stört das nicht weiter. Ein Beispiel: Die homosexuelle Beziehung von Loras Tyrell und Renley Baratheon wird im Buch nur leicht angedeutet, im Film gibt es eindeutige Szenen dazu, die im Buch so nicht vorkommen.

Nun zu der Besetzung der Serie: Tyrion wird gespielt von Peter Dinklage, Eddard Stark von Sean Bean, beide sehr starke Schauspieler, sehr gut besetzt. Ich finde die meisten Rollen sehr gut besetzt, hauptsächlich weniger bekannte britische Schauspieler, aber das finde ich eher positiv. Selbst die Nebencharaktere, wie Osha, der Eunuch Varys oder Shae, die Prostituierte/Geliebte Tyrion's, gespielt von Sibel Kekilli sind fantastisch besetzt und passen. Über Joffrey Baratheon, denkt Sansa bspw. im Buch "er hat einen Mund wie Würmer" und natürlich wie die meisten Lennisters blondes Haar, und tatsächlich der Schauspieler Jack Gleeson passt da optisch ganz gut. Eine der wenigen Charaktere, die mich nicht so gut gefallen, ist Theon Graufreud. 

Die Zutaten, komplexe Handlungen und Charaktere, ein brilliantes Ensemble, unfassbar gute Effekte, untermalt mit fantastischen Sound, macht die Serie zu einem Erlebnis. 

Ein Minuspunkt ist die Verharmlosung von Grausamkeiten und sexuelle Gewalt als Bestandteil menschlicher Beziehung - hätte an einigen Stellen so nicht sein müssen. Deswegen ...



Meine Bewertung
A -





Samstag, 14. Juni 2014

George R.R. Martin - Die Saat des goldenen Löwen (Das Lied von Eis und Feuer)




********************** Achtung SPOILER******************
... für die, die die ersten 3 Bände noch nicht gelesen haben.

Die Geschichte

Joffrey sitzt auf dem Thron in Königsmund. Die entscheidende Schlacht steht an. Catelyn Stark versucht zu vermitteln zwischen den Brüdern Stannis und Renly, allerdings erfolglos. Tyrion ist inzwischen als Hand des Königs, ebenfalls damit beschäftigt in Königsmund für die bevorstehende Schlacht aufzurüsten. Derweil befindet sich Jon mit seinen "schwarzen Brüdern" jenseits der Mauer. Er lernt Wildlinge kennen, und einen besonderen Wildling. Auch Sam macht Bekanntschaft mit Wildlingen und der eigentlich ängstliche Sam, lernt mutiger zu werden. Daenerys befindet sich inzwischen in Qarth, weit östlich auf dem Kontinent Essos,  und versucht Schiffe zu erwerben.




Meine Meinung

Dieses Band ist seinen Vorgängern ebenbürtig. Wie schon die anderen Bücher ist auch dieser Band ein echter Pageturner. Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage durchgelesen. Das will schon was heißen, bei über 600 Seiten. Interessant in diesem Band und in dem letzten ist der stärkere Fokus, der nun auf Theon gelegt wird. Sein Charakter kommt nun stärker zum Vorschein. Auch die Graufreuds reihen sich im Ränkespiel um den Thron mit ein, zu den Bekannnten Baratheon's, Lennisters und Starks. Auch Lord Bolton, eigentlich dem König des Nordens, Rob Stark, verpflichtet, verfolgt seine eigenen Interessen. Er trifft auf Arya, ohne die Identität Arya's zu kennen, in Harrenhal. 

Ein Beispiel für die Erzählkunst Martin's ist das Kapitel über die Einnahme einer Burg, erstmal aus der Sicht eines Wolfes beschrieben.
Hier der Auszug:

"Das Geräusch war nur ein leises Klirren, als wenn Stahl über Stein scharrt. Er hob den Kopf von den Pfoten, lauschte und sog schnuppernd die Nachtluft ein. ..... Er erhob sich, stellte die Ohren auf und reckte den Schwanz in die Höhe. Dann heulte er, stieß einen langen, fröstelnden Schrei aus, ein Heulen, um Schlafende zu wecken, doch die Haufen des Menschensteins waren dunkel und tot. Die Nacht war noch immer nass, eine Nacht in der die Menschen in ihrem Bau blieben. ... Sein Bruder schlich zwischen den Bäumen hindurch und bewegte sich fast so leise wie ein anderer Bruder, an den er sich noch schwach erinnerte, ... Die Augen dieses Bruders waren tiefe Schatten, doch sein Nackenfell war gesträubt. Auch er hatte die Geräusche gehört und wusste, dass sie Gefahr bedeuteten. 
Diesmal folgte auf das Klirren und Scharren ein Rutschen und das leise Tappen von Hautfüssen auf Stein. Der Wind wehte einen schwachen Menschengeruch heran, den er nicht kannte. Fremde. Gefahr. Tod. Er lief auf das Geräusch zu, ... " (Seite 271-272)

Ein grandioses Epos, und ein Lesegenuß, deshalb ... 



Meine Bewertung
A + 

Freitag, 13. Juni 2014

George R.R. Martin - Der Thron der sieben Königsland (Das Lied von Eis und Feuer)



********************** Achtung SPOILER******************


Wie der Titel bereits verrät, dreht sich die Geschichte hier um den Thron von Westeros oder den sieben Königslanden. Der König Robert Baratheon ist tot, sowie seine Hand Eddard Stark. Der Kampf um den Thron ist im vollen Gange. Joffrey Baratheon sitzt auf dem Thron in King's Landing (deutsch: Königsmund). Er ist ein kleines bösartiges Monster, der seine Geisel Sansa Stark, seine Verlobte, gerne quält. Sansa's Bruder Rob wurde zum König des Nordens ausgerufen. Er führt Krieg gegen die Lennisters. Außerdem gibt es da noch Renly Baratheon den jüngeren Bruder von Robert und Stanley Baratheon, die ebenfalls Anspruch auf den Thron erheben. Stanley Baratheon bekennt sich zudem zu einer in Westeros, nicht weit verbreiteten Religion, dem Herrn des Lichts. Eine rote Priesterin steht im dabei zur Seite und benutzt Magie, um Stanley auf den Westeros's Thron zu verhelfen.

Neu in diesen 2 Bänden (englisch 1 Band), 2 neue Perspektiven kommen hier hinzu. Theon Graufreud, von ihm hat man schon in den ersten zwei Bänden gehört, war hier aber eine Nebenfigur. Er war das Mündel von Eddard Stark, und rückt nun stärker in den Fokus. Eine weitere Hauptperson ist Davos. Er war Schmuggler und steht nun Stanley Baratheon zur Seite. 

Arya ist derweil unterwegs zur Mauer, ihre Familie weiß allerdings nichts über ihr Schicksal. Und natürlich nicht zu vergessen, Daenerys. Nach dem ihren verheerenden Fehlentscheidungen im letzten Band, trägt sie nun die Folgen. Ihr Weg führt sie immer weiter in den Osten, weg von Westeros. 

Da in diesem Band Bürgerkrieg herrscht, erfahren wir nun auch einiges mehr über die verschiedenen Regionen Westeros.

Unten eine Karte der Mitte von Westeros. Ein Großteil der Geschichte spielt natürlich in Königsmund, sowas wie der Hauptstadt von Westeros. Auf Drachenstein lebt Stanley Baratheon. Weitere Schauplätze sind Harrenhal, ....




... und Schnellwasser. 




... Und natürlich Winterfell. Hier hält Bran Stark die Stellung. 


Ich liebe diese Reihe, die Erzählkunst von Martin ist grandios. Er wechselt virtuos zwischen den Personen und Perspektiven, jongliert mit unzähligen Charakteren. Bis in die Nebenfiguren sind seine Charaktere komplex und interessant. Seine Bücher sind trotz der über 600 Seiten Pageturner, und ich habe das Buch innerhalb weniger Tage durchgelesen. Das Buch fesselt ungemein -  eine uneingeschränkte Topempfehlung meinerseits.



Meine Bewertung
A

Montag, 26. Mai 2014

Yorkshire Pudding Club - Milly Johnson


Die Geschichte

When three South Yorkshire friends picnicked on top of an ancient fertility symbol, who could have known that within four month they would all have had their own eggs fertilised!

For Helen, pregnancy is a dream come true. But the more the baby grows inside her, the more she can see her outwadly perfect marriage crumbling before her eyes.

For career-woman Janey, it is a nightmare. How could it have happened? She and her husband George, ecstatic at the prospect of being a dad, were always so careful over contraception.

And the emotionally lost Elizabeth is not only carrying a child she fears she will never love, but she must also deal with the return of a man whose love she can never have. 

(Klappentext)





Meine Meinung

Es geht um 3 Frauen, Freundinnen, Ende 40, in verschiedenen Lebenssituationen, die schwanger werden. Sie haben mit verschiedenen Problemen zu kämpfen, äußerliche, sowie innerliche Kämpfe. 

Da wäre zum Beispiel Helen. Nach außen führt sie das "perfekte" Leben. Sie und ihr Mann sind sehr wohlhabend und leben in einem großen Haus. Schwanger zu werden ist ihr großer Traum und sie ist sehr glücklich darüber. Aber nach und nach, bröckelt die Fassade immer mehr, der äußere Schein trügt. Die Schwangerschaft gibt ihr die Kraft für Veränderungen. 

Anders als Helen ist Janey über ihre Schwangerschaft zuerst alles andere als glücklich. Kurz nachdem sie befördert wird, erreicht sie die Nachricht über die Schwangerschaft. Kein besonders guter Zeitpunkt. Sie und ihr Mann waren sehr vorsichtig was Verhütung betrifft, denkt Janey zumindest, denn was sie nicht weiß ist, ihr Mann George wünscht sich ein Kind, und hat ihr da wohl was nicht erzählt. George kommt aus der Arbeiterklasse und Geld ist in diesem Haushalt ein wenig knapper. Die Beziehung der beiden ist harmonisch. Aber auch in diesem Haushalt stehen einige Veränderungen an.

Elizabeth ist ein besonderer Fall. Sie läßt Nähe nicht zu, hat eher oberflächliche Beziehungen. HIer ein paar Ausschnitte zu ihrer Person:


"... despite the fact she still could not pick a decent bloke to save her life. Then when one picked her, she sent him off packing." (S.59)
"Sex for elizabeth, was currency and power. Sex was anything but love." (S. 91)


Als einer ihrer Ex-Freunde aus der Vergangenheit auftaucht, der ihr ihr mehr bedeutet hat, weißt sie auch ihn wieder zurück. Außerdem glaubt sie ihr Kind nicht wirklich lieben zu können. Das hat viel mit ihrer Vergangenheit zu tun, die nach und nach gelüftet wird.

Allgemein führen die Schwangerschaften bei allen Dreien Frauen zu Veränderungen. Das Durchlaufen dieser Veränderungen wird in diesem Roman locker, leicht und witzig thematisiert. Milly Johnson versteht es auch erste Themen locker rüberzubringen. Das Buch vermittelt eine heitere Stimmung, wie gesagt, trotz durchaus auch ernster Themen. 

Milly Johnson ist Britin und sie verwendet viele umgangssprachliche britische Begriffe. Sie verfügt über einen großen Wortschatz den sie großzügig einsetzt. Das Buch ist recht locker und witzig geschrieben, trotzdem aber eher was für Leser mit fortgeschrittenen Englischkenntnissen. 

Insgesamt hat das Buch mir sehr gut gefallen, mit einigen Lachern. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, deswegen von mir 



Meine Bewertung
A

Montag, 12. Mai 2014

Der Mädchenmaler - Monika Feth


Die Geschichte

An die Freundin ihres neuen Mitbewohners, Ilka, kommen Jette und Merle nicht wirklich heran. Dann verschwindet sie und die Polizei tappt im Dunkeln. Jette beginnt auf eigene Faust zu ermitteln - und kommt bald einem dunklen Kapitel in Ilkas Vergangenheit auf der Spur ... (Klappentext)





Meine Meinung

Das Buch ist sehr spannend, auch sehr schnell gelesen. Es wird wieder aus Sicht der verschiedenen Protagonisten geschrieben, Jette, ihrer Mutter Imke, Ilka, Mike ihr Freund und Ruben dem Täter. Sie behandelt ein sehr schwieriges Thema mit Feingefühl und besonders interessant auch aus Sicht Rubens, des Täters. Der Leser weiß von Anfang an wer der Täter und was er vorhat. Gegen Ende werden die Kapitel kürzer und die Handlung nimmt an Fahrt auf. Mehr möchte ich nicht verraten.

Das ist der 2. Teil der Jette-Reihe, der erste Teil "Der Erdbeerpflücker" fand ich auch ganz gut, "Der Mädchenmaler" hat mir aber noch ein Stück besser gefallen, deswegen ...




Meine Bewertung

Sonntag, 11. Mai 2014

Quadriga - Thilo Scheurer


Die Geschichte

Nach Napoleons Niederlage bei der Völkerschlacht von Leipzig werden die preußischen Agenten Leopold Berend und Carl von Starnenberg mit der Zerstörung der französischen Telegrafenlinie beauftragt. Ihr geheimer Zusatzbefehl lautet: Findet die Quadriga! Denn das Wahrzeichen des Brandenburger Tors wurde 1806 von den Franzosen als Kriegsbeute beschlagnahmt.  (Klappentext)



Meine Meinung

Das Buch will zu viel, will zu viele Themen abdecken. Es geht einmal um Zerstörung der französischen Telegraphenlinie. Dieses Thema nimmt einen Großteil des Buches ein. Die Suche der Quadriga wird auf wenige Seiten abgehandelt. Der Buchtitel bringt das Thema, bzw. die Themen des Buches nicht wirklich auf den Punkt, da das nur einen kleinen Teil des Buches ausmacht. Ein weiterer Handlungsstrang ist der einer jungen, französischen Frau, Tochter eines Generals. Gegen Ende des Buches kreuzen sich die Wege dieser jungen französischen Adligen mit dem der zwei jungen Männer aus Deutschland, Carl und Leopold. Ein weiteres Thema, ist der persönliche Rachefeldzug von Leopold, er ist auf der Suche nach einem Mann, "die Bestie". Es geht um Kriegsverbrechen und damit verbunden persönliche Schicksale. 

Ich finde die Idee zu dem Thema Schuld und Sühne sehr gut, aber Scheurer will zu viele andere Themen mitabdecken. Das Herausarbeiten von Schuld an Kriegsverbrechen, die Empfindungen der verschiedenen Protagonisten aus verschiedenen Perspektiven - ich denke da hätte man mehr draus machen. Insgesamt kann ich es aber trotzdem empfehlen, Scheurer gibt sich viele Mühe historisches zu erklären und Licht in dieses Geschichtskapitel zu werfen. 



Meine Bewertung
B

Samstag, 3. Mai 2014

Filmrezension - Das Narrenschiff




Länge: 143 min
Spielfilm 1965
Regie: Stanley Kramer




Die Geschichte:

Romanvorlage für den Film ist das Buch von Katherine Porter "Das Narrenschiff".


"Ein deutsches Passagierschiff fährt von Veracruz in Mexiko nach Bremerhafen. An Bord befindet sich eine illustre Reisegesellschaft unterschiedlicher Nationalitäten und Charaktere. In 27 Tagen auf See wird das Schiff zu einem Mikrokosmos, der ständig von einer explosiven Mischung aus Intoleranz, Hochmut und fatalem Rassismus bedroht wird." 
(rückseitiges DVD Cover)

Die Rezension zu dem Buch hier.


Meine Meinung:

Der Film hält sich mehr oder weniger, an die Buchvorlage. 

Simone Signoret spielt die La Condesa, Heinz Rühmann den jüdischen Kaufmann Lowenthal, Vivien Leigh Mrs Treadwell, Oskar Werner Dr. Wilhelm Schuhmann, alles hervorragende Darsteller. Im Film sind nicht alle Hauptpersonen des Buches vertreten. Es fehlen z.B. Frau Rittersdorf und Familie Baumgartner. Allerdings ist die Buchvorlage von Porter so gewaltig, dass wohl einige Kürzungen notwenig waren. 

Einige Personen wurden optisch im Film anders dargestellt als im Buch beschrieben, dazu gehört Elsa Lutz, die im Buch als wenig hübsch und dick beschrieben wird, im Film aber ein hübscher junger Teenager ist. Das was passt ist ihre Unsicherheit, aber viele andere Aspekte ihrer Persönlichkeit und Erlebnisse auf dem Schiff wurden nicht dargestellt. Lizzi Spökenkieker hat im Buch dünne Storchenbeine, und ist auch sonst wenig schön, während sie im Film eher einer Sexbombe gleicht. Herr Rieber, gespielt von José Ferrer, der Herr mit dem sie "abhängt", finde ich wiederrum sehr gut gewählt. Vivien Leigh als Mrs Treadwell fand ich ebenfalls sehr gut. Außerdem die spanische Tanztruppe auch sehr gut besetzt. Am besten haben mir jedoch Simone Signoret, als La Condesa und der deutsche Schiffsarzt Dr. Schuhmann gefallen. Die LIebesgeschichte zwischen La Comesa und Dr. Schuhmann, sehr subtil, von 2 lebenserfahrenen Personen, die schon einiges hinter sich haben, desillusioniert durchs Leben gehen und sich zufällig mögen und anfreunden, wunderbar dargestellt. Diese Beziehung steht im Gegensatz zu dem jungen, verliebten amerikanischen Pärchen. 

Die Inszenierung von Kramer ist dezent, er konzentriert sich auf die Personen, was ich sehr gut finde. Das "Personenpotrait" das weniger stark herausgearbeitet wurde ist das des Kapitäns, im Buch denkt er vieles, dadurch versteht man ihn als Person besser. Im Film kommt das nicht so stark rüber, aber wenn man das Buch gelesen hat, spricht der Ausdruck im Gesicht des Kapitäns zwar auch, ist aber schwieriger zu verstehen als nicht "Buchvorlagenkenner".

Noch ein Wort zu Heinz Rühmann, er spielt den jüdischen Kaufmann Löwenthal. Er weicht mit seiner Rolle relativ stark von der Buchvorlage ab. Er wird im Film sehr sympathisch dargestellt. Rühmann spielt hier die Rolle, die er eigentlich immer spielt: der kleine Mann, der mit Humor den vermeintlich Großen (hier: dem Antisemiten Herrn Rieber & Co.) die Stirn bietet. Das entspricht nicht der Figur des Buches. Bei Porter kommt eigentlich keine Figur wirklich positiv weg, auch Herr Löwenthal hat seine negativen Seiten, die im Film aber überhaupt nicht sichtbar sind. Das fehlt mir, ist auch eine Falschdarstellug, ähnlich wie bei Elsa Lutz: da habe ich die Romanfigur in der Filmfigur nicht, bzw. nur sehr schwach wiedergefunden. 

Es gibt noch ein paar andere Abweichungen vom Buch, insgesamt aber eine sehr gut besetzter Film und bei der Inszenierung des Films, die Konzentration auf die Personen, fand ich sehr gut,  deswegen ...



Meine Bewertung
B +